Ortsgeschichte

 

Siedler aus dem Mainfränkischen unter der Leitung eines "Locator" gründeten 1189 Crandorf (erwähnt auch als Krähendorf oder Crandorf)

Zitat: Dr. Götz Altmann "Das Erzgebirge wurde bewusst nutzbar gemacht, indem gezielte Dorfanlagen angelegt wurden sind, ganz regelmäßig in Form von Hangdorf- und Taldorfanlagen." Eisenerzvorkommen, große Wälder und Wasser waren reichlich vorhanden. Im Laufe der Zeit bauten hauptsächlich die Crandorfer das Erz ab –die Erlaer verhütteten es anfangs in der Nähe des Eilbaches, der ins Schwarzwasser mündet. Bereits um 1240 wurde Roteisenerz abgebaut und verhüttet. Aus dieser Zeit stammen die noch heute gebräuchlichen Begriffe " Rohtenberg" und "Eisenhütte"

1380 findet sich die erste urkundliche Erwähnung und der Nachweis, dass der Hammer Erla (heutiges Eisenwerk) schon bestand. Zum Hammerwerk gehörten das Erbhammergut mit Wiesen, Felder, Obstgärten und Wäldern. Erla erhielt die "Back-, Brau- und Schlachtgerechtigkeit"

1531 wird Crandorf wieder urkundlich erwähnt mit 3 Höfen und 10 Anwesen Berufe waren: Bergleute, Hammerschmiede, Holzfäller, Köhler, Pecher. Es war keine ausgesprochene bäuerliche Siedlung.

1565 Die Klöppelkunst wird eingeführt

1583 Zeche " St. Johannes und Rother Berg"

 

Zeche " St. Johannes und Rother Berg" 

 

1661 wurden das Hammergut und das Hammerwerk durch ein Hochwasser vernichtend betroffen

um 1663 gab es schulische Unterweisungen in Crandorf. Vorher mussten die Kinder nach Grünstädtel zur Schule laufen. Die Dorfbewohner gingen dorthin auch in die Kirche

1665 war der Hammer neu errichtet

1711 Grundsteinlegung für die Kirche

1712 Einweihung der Kirche –somit erwarb Crandorf das Recht auf eine eigene Schule

1725 Die Postsäule wurde im unterem Dorf aufgestellt

1730 Der " Herrenhof " Entstand ähnlich seiner jetzigen Form

1737 Streik der Arbeiter der Ersten Heinzebinge "Der Rothenberg macht den Hammerherrn reich und den Bergmann rot"

1771/72 Furchtbare Hungerjahre durch Missernten und Preistreiberei

1795 Wird der "Rothe Berg" das berühmteste Eisenbergwerk Sachsens, abgebaut wurde nicht nur Eisenerz, sondern auch Kupfer, Schwefelkies, Silber, Amethyst, Malachit, Bleiglanz Granit und Erlan.

Um 1800 Gründung von Klöppelschulen im Erzgebirge

1804 Errichtung des Pulverturms

um 1837 Entwickelt sich die "Fa Nestler und Breitfeld". Ihnen gehörte außerdem der Rothhammer von Unterwiesenthal, das Hammerwerk Wittigsthal, das Hammerwerk Siegelhof in Pöhla und der Arnoldshammer in Unterrittersgrün

1838/43 entstehen in Erla eine Holzschleiferei und eine Maschinenfabrik an der der Engländer John Payne beteiligt ist. Ihm gehörte auch die Villa. Produziert wurden: Zylindergebläse für Hochöfen , Wasserräder, englischer Webstühle, Gewehre, Dampfmaschinen und Straßenwalzen ,sowie Brücken für die Eisenbahn

1839 Klöppelschule in Crandorf, auch Unterricht im Sticken und Weißnähen, Wahl eines Gemeinderates

1845/47 Bau der Straße von Erla nach Crandorf "Notstandsarbeit"

1847 Der Gasthof "Eisenhütte" steht an der Stelle, an der früher das erste Hammerwerk stand. Die Schmiede war noch in Betrieb bis ca.1960

1850/86 Blechwalzwerk Erla (Rosenthal-Hammer)

1858 Eisenbahnlinie Zwickau-Aue-Schwarzenberg

1864 Die Kirche erhält einen steinernen Turm

1880 Crandorfer Volksbücherei

1883 Eisenbahnlinie wird bis Johanngeorgenstadt weitergeführt mit einer "Haltestelle Erla"

1906 Gründung der Freiwillige Feuerwehr

1910 Übungsplatz der FFW mit Steigerturm, Bau der Schule mit Wohnhaus

1911 Anschluss an das Stromnetz

1925 Im Juni entstand - nach vorausgegangenen jahrelangen Debatten über unterschiedliche Varianten - die neue Gemeinde Erla. Noch im gleichen Jahr wurde im unteren Ortsteil von Crandorf ein neues Gemeindeamt gebaut. Crandorf zählte damals 1169 Einwohner und Erla 512. Landläufig hat sich im Sprachgebrauch der sinnfällige Doppelname Erla - Crandorf erhalten und durchgesetzt.

1927 Beschluß zum Bau einer Trinkwasserleitung

1933 Mit Machtübernahme der Nazis besetzten am 09.03. 1933 diese das Gemeindeamt und erklärten den gewählten Bürgermeister Oskar Ullman für abgesetzt. Obwohl der Ort von den Einwirkungen des II. Weltkrieges weitgehend verschont blieb, bezahlten 93 Einwohner den nationalsozialistischen Größenwahn mit ihrem Leben.

1945 Nach Kriegsende gehörte Erla-Crandorf zunächst bis Juni zum "unbesetzen Gebiet". Oskar Ullman wurde vom "Antifaschistischen Aktionsausschuß" wieder als Bürgermeister eingesetzt.

1946/47 Die alten Gruben auf beiden Seiten des Crandorfer Hanges werden von der "SDAG Wismut" zur Gewinnung von Uranerz neu aufgeschlossen

1948/49 Bau des Kulturhauses unterhalb der Schule

1958 Gründung einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) unter Vorsitz von Albert Weigel

1959 Bau eines Sozialgebäudes im VEB Eisenwerk Erla (heute Eisenwerk Schubert & Salzer)

1960/61 Erweiterungsbau für die Schule, da die vorhandenen Klassenräume für eine 10-klassige Schuldurchführung nicht mehr ausreichend waren.

 

Beginn der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau 

 

1982 Bau eines neuen Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr in Crandorf

 

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